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    Nietzsche sagt:
    "Wer sich selbst verachtet, achtet sich doch immer noch dabei als Verächter."
    Die Bösen 23.10.07
    Die Geschichte hat uns gezeigt, dass nahezu alle Völker, Staaten, Institutionen, aber auch Individuen in die Rolle der Bösen geraten können.
    Im 20. Jahrhundert haben hauptsächlich die Deutschen und die Russen um den ersten Platz gekämpft, vor allem aus amerikanischer Sicht, nun bemühen sich ausgerechnet die Amerikaner um die Trophäe des "World's most evil country of the century" , diesmal aus deutscher Sicht.
    Jede noch so kleine Möglichkeit wird ausgenutzt um schlecht über den anscheinend lächerlichen Präsidenten des USA und seine Politik zu berichten, sei es auch durch einige wenige Wörter als eine Randnotiz. Intern befasst man sich schon lange nicht mehr intensiv mit der Innenpolitik, nämlich seit der Einführung des Erfolgsmodells "Große Koalition". Und außenpolitisch ähneln wir sehr einem Zuschauer bei einem Tennisspiel, nur dass wir statt nach links und rechts nach Ost und West schauen um zu gucken womit die Iraner drohen und wie die Amerikaner antworten. Doch das Spiel der beiden Spieler missfällt uns, wir verurteilen beide. Beide sind böse und das böseste daran ist, dass wir überzeugt davon sind. Und wo Überzeugung anfängt, hört das Suchen nach Wahrheit plötzlich auf, falls wir überhaupt danach gesucht haben.

    Vielmehr sucht der Mensch eine möglichst bequeme Überzeugung, die er mit seinem Intellekt begründen und mit seinen Vorstellungen vereinbaren kann.
    Wer urteilt, ist nicht an dieser Welt interessiert, sondern an einer anderen. Durch urteilen geben wir zu, dass wir etwas nicht verstehen oder verstehen wollen.

    Zum perversesten Kinderschänder wird man sagen, wenn man sich ausführlich und unvoreingenommen mit seiner Biographie und Erziehung beschäftigt hat, dass seine Taten einen nicht wundern. Den will man dann nicht mehr bestrafen, dem will man helfen.

    So wird es sich mit allem verhalten, all das was wir vorher übereilt und unwissend verurteilt haben.
    Hören wir auf andere zu verurteilen, denn wir tun alle Böses, ohne das Böse tun zu wollen. Jeder Mensch handelt aus seiner Sicht immer nach guten Gründen. Er handelt nicht, weil er alles in allem betrachtet, seine Handlung für schlecht oder boshaft hält, egal wie boshaft uns die Handlung erscheinen mag.

    "Die meisten Menschen sind viel zu sehr mit sich beschäftigt um boshaft zu sein", schreibt Nietzsche und weiter, "Man lobt oder tadelt, je nachdem das Eine oder das Andere mehr Gelegenheit giebt, unsere Urtheilskraft leuchten zu lassen."